Kategorie: Kriminalroman

  • Oliver Bottini: „Die Summe aller Dinge“

    Oliver Bottini: „Die Summe aller Dinge“

    Einer der besten Kriminalromane seit Jahren

    Wirtschaftskrimis? Nicht mein Ding. Cum-Ex? Erst recht nicht. Das waren meine Gedanken, als ich die Kurzbeschreibung zu Bottinis neuem Kriminalroman las. Was mir entgangen wäre, wenn ich den Gedanken gefolgt wäre? Ein brillanter Roman! Und jetzt, im August 2026, bin ich mir sicher, dass Bottini dafür den ersten Platz beim Deutschen Krimipreis national bekommen wird!

    Aber zunächst zur Geschichte:

    Da sind Zaid, Freddy und Erik einerseits. Besonders Zaid eine warmherzige Figur, aber gleich zu Beginn begeht er Selbstmord. Dann ist da seine Frau Vera, die kaum fassen kann, dass ihr Mann tot ist. Die Staatsanwältin Molien wiederum ermittelt in der Sache Cum-Ex. In Rückblicken wird die Geschichte von Zaid, Freddy und Erik erzählt, wie diese Drei in die unfassbaren Deals der deutschen Wirtschaftskriminalitätsgeschichte eingestiegen sind. Die Leser*innen erfahren, wie diese Deals funktionierten (und das auch noch wahnsinnig spannend!), und werden auf eine rasante Reise durch Europa geschickt. Keine Längen, keine Abschweifungen, nicht ein unnötiger Satz. Spannung bis zum letzten Satz und das bei einem Thema, das hochaktuell ist.

  • Liz Nugent: „Seltsame Sally Diamond“

    Liz Nugent: „Seltsame Sally Diamond“

    Die Frage, die sich vermutlich den meisten bei diesem Buchtitel direkt stellt ist: Warum ist die Sally Diamond denn seltsam?

    Sally ist eine Frau in den Vierzigern, ihre Mutter ist bereits verstorben, ihren Vater hat sie erst liebevoll gepflegt, aber nun gerade verloren. Der hat ihr gesagt, sie möge ihn mit dem Müll verbrennen, wenn er stirbt. Und das macht Sally , im Garten in der Feuertonne. Damit lenkt sie natürlich Aufmerksamkeit auf sich.

    Und so beginnt auch Sallys Geschichte. Die Leser*innen erfahrnen mehr über Sally und warum sie es nicht laut mag, warum sie im Umgang mit Menschen ungeübt und unbeholfen ist, warum sie es nicht mag, wenn ihr jemand zu nah kommt. Außerdem liest Sally die Briefe, die ihr Vater ihr hinterlassen hat und sie erfährt viel über ihre Vergangenheit. Dinge, die ihr bisher niemand erzählt hat und die erklären, warum sie so „seltsam“ ist.

    Während Sally bis zum Tod ihres Vaters sehr zurückgezogen gelebt hat, trifft sie nun nach und nach auf andere Menschen und muss lernen, mit diesen zu kommunizieren. Aber da sind eben auch die anonymen Nachrichten, die Sally nicht zuordnen kann. Aber sie müssen von jemandem kommen, der sie gut kennt.

    Sally ist eine so warmherzige und sympathische Protagonistin und es ist kaum möglich, sie nicht zu mögen. Man wünscht ihr beim Lesen so sehr, dass sie es schafft, ein normales Leben zu führen.

  • Marceau Miller: „Das letzte Buch des Marceau Miller“

    Marceau Miller: „Das letzte Buch des Marceau Miller“

    Es geht hier, wie der Titel schon verrät, um Marceau Miller, ein Bestseller-Autor, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Frankreich lebt, auf einem schönen Grundstück direkt am Genfer See gelegen.

    Die Leser*innen erfahren direkt zu Beginn, dass Marceau Miller beim Klettern abgestürzt ist – und nicht nur das: Jemand hat nachgeholfen und Marceaus Hände vom Felsen gelöst.   Wie war das möglich? Marceau liebt das Risiko und ihm war stets bewusst, dass ihm das freie Klettern irgendwann zum Verhängnis werden könnte. Wer dieser Jemand ist, der da nachgeholfen hat, erfahren die Leser*innen natürlich nicht. 

    Ein Brief, den Marceaus Frau Sarah nach seinem Tod erhält, bringt sie dazu, ihrem Instinkt zu vertrauen und dem angeblichen Unglück nachzugehen. Sie erkennt sehr bald, dass sie niemandem trauen kann, lässt aber nicht locker. Gemeinsam mit einem langjährigen Freund begibt sie sich auf eine rasante Suche nach der Wahrheit. Die Handlung steht dabei in einem starken Kontrast zu diesem wunderschönen Ort am Genfer See. Überall lauern Lügen und Intrigen.

    Der Thriller eignet sich für all diejenigen, die zwar Spannung mögen, aber keine brutal erzählten Szenen. Ich würde es als eine Mischung zwischen einem Thriller und einem Roman beschreiben.