Carolin Frey: „Das Krähenzimmer“

Würdest Du bleiben?

Buchcover "Das Krähenzimmer" von Carolin Frey

Ein toller Debütthriller!

Vorweg: Es ist kein gewöhnlicher Thriller, den die junge Autorin Carolin Frey da geschrieben hat. Für mich ist es weder ein klassischer Thriller, noch ein Roman, sondern genau dazwischen: ein klassischer Thriller-Roman:-))

Aber erstmal zur Handlung: Die Hauptfigur ist Lotta, eine junge Frau, die sich von Berlin aus aufgemacht hat nach Geelekow, einem fiktiven Ort in Mecklenburg-Vorpommern, direkt an der Ostsee gelegen. Der Ort ist wie ausgestorben, da November ist und der Ort wohl eher von Feriengästen lebt. Lotta und ihr Freund haben sich getrennt, ist mies drauf, hat aber schöne Kindheitserinnerungen an diesen Ort. Ihr Vater und seine Frau hatten früher ein Haus dort und Lotta hat viele Sommer in diesem kleinen Ort an der Ostsee verbracht. 

Die Ankunft in Geelekow ist alles andere als schön: Es fährt kein Bus vom Bahnhof aus dorthin, ein Taxi ist auch nicht aufzutreiben und so begibt sie sich zu Fuß auf den Weg. Es ist kalt, ihr Akku fast leer.

Die Geschichte wäre natürlich eine andere, wenn Lotta nicht heile ankommen würde. Irgendwie kriegt sie es hin und sie mietet sich in dem Haus ein, das sie von damals kennt. Ihr schlägt ab sofort fast nur Eiseskälte der Menschen dort entgegen, was sie aber nicht einordnen kann. Kaum jemand tritt ihr freundlich gegenüber, was natürlich (und hier kommen die thrilligen Elemente) schon bald gefährlich für sie wird. 

Was hier wirklich spannend ist, ist die Frage, wem sie eigentlich trauen kann und auch, warum die Leute alle so feindselig sind. Lotta ist herzlich, sympathisch und will niemandem etwas Böses. Schon bald fühlt sie sich verfolgt, aber von wem weiß niemand. Das große Haus, in dem sie untergekommen ist, hilft nicht wirklich dabei, sich so richtig wohl zu fühlen.

Die Geschichte ist spannend geschrieben, aber erzeugt nicht diesen Sog, wie es bei anderen Thrillern oft der Fall ist, was auch dadurch entsteht, dass die Figuren eine Beziehung zueinander aufbauen und die Autorin hier durchaus Raum schafft. Schaurig sind tatsächlich die sehr präzisen Beschreibungen des Ortes, was durch die düstere Jahreszeit noch verschärft wird. Möchte ich dort sein? Ich glaube nicht:-))

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